LGBTQ-Community als latente Kirche (repost)

Von der LGBT-Bewegung und der gegenwärtigen Debattenlage kann man Einiges lernen. Und die Kirche hat zu mehreren der verhandelten Gegenstände etwas zu sagen. Es soll aber einmal nicht um die Frage der religiösen Diskriminierung oder um die Frage der rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung und auch nicht um Stilfragen gehen, sondern allein darum, dass uns durch die Aktivisten der LGBT-Bewegung vorgeführt wird, was in Liebesbeziehungen unter Menschen denn eigentlich wichtig ist.

Nämlich, dass es nicht auf die Form der Beziehung und das Geschlecht und die Sexualität der beteiligten Personen ankommt, sondern auf die Qualität der in der Beziehung vermittelten Nähe. „Wenn Sex eine religiöse Dimension hat, dann nur, wenn er nicht allein der Befriedigung sexueller Bedürfnisse dient, sondern ein im wahrsten Sinne des Wortes intimes Geschehen ist. Intimität setzt gleichberechtige Partner voraus, deshalb verdammen die Autoren der Bibel sowohl Päderastie als auch  “Gelegenheits-Verkehr”. Wobei hier keine Häufigkeit (“manchmal”) gemeint ist, sondern eine Motivation (“weil es mir gelegen kommt”). Intimität als tiefster Grund der Sexualität setzt Einvernehmen, Gleichberechtigung und die Bereitschaft voraus, sich mitzuteilen. Sex ist die direkteste Kommunikation, zu der Menschen fähig sind. Eine solche Intimität ist die religiöse Dimension jeder Sexualität.“ (aus Ist Homosexualität christlich? – Versuch einer bleibenden Antwort)

Dort wo dies ermöglicht oder zumindest versucht wird, muss sich auch die manifeste Kirche investieren. D.h. auch, dass sie ihren Schutz von der „traditionellen“ Familie nicht abziehen muss. Wohl aber muss sie deren Vergötzung aufgeben. „Immer dann, wenn die Religion eine einzelne Sozialform nicht nach ihrem tiefsten Grund befragt, sie transzendiert und unter ihr Gericht stellt, kommt sie ihrer Sendung, nach dem Unbedingten zu fragen, nicht nach, sondern setzt Bedingtes an seine Stelle.“ Es kommt nicht auf die Form der gelebten Partnerschaft an. Im Politischen muss die Kirche „sich von ihrer vormaligen Heiligung einzelner Sozialformen lösen. [Sie] darf weder heterosexuelle, noch homosexuelle Partnerschaften an sich heiligsprechen. [Sie] muss sich dort investieren, wo Menschen nach dem Unbedingten fragen. Die Gleichstellung homosexueller Menschen muss daher als Anliegen der Christenheit gelebt werden.“ (ebenda, s.o.) Aus gleicher Begründung sollte die manifeste Kirche dort Einspruch einlegen, wo sich die LGBT-Bewegung überspannt, indem sie die Notwendigkeit und Möglichkeit echter menschlicher Beziehung an sich negiert.

Ruhig bleiben, Bonhoeffer lesen

Jetzt ist es also passiert: Auf einer als „Mahnwache“ für die Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin deklarierten Demonstration der Neuen Rechten hat ein Pfarrer gesprochen. In Talar und Beffchen!

Zwar marschieren schon seit Jahr und Tag Pfarrer i.R. und Christen bei Pegida- und AfD-Kundgebungen mit, doch der Anblick eines pfarramtlich gewandeten Predigers auf einer Demo von ganz rechtsaußen ist ein neuer, gewöhnungsbedürftiger Anblick. Nicht umsonst entzündete sich daran unter Christen und Pfarrleuten eine heftige Diskussion: Darf er das überhaupt? „Ruhig bleiben, Bonhoeffer lesen“ weiterlesen

The Medium is the Message

This week, I came across this article by Erik Parker from his blog The Millennial Pastor: „Why nothing seems to get people back to church – The issue at the core of decline“. I’m a frequent reader of his blog, in fact, I translated one of his articles into German a few years ago for theologiestudierende.de.

At first I felt a bit angry about his thoughts, because I know congregations (or for that matter groups in general) that behave just like he describes in his article: „Most churches are, at their core, institutions formed around a social or societal commitment. The core of churches have been based on the fact that people are expected to attend because of societal pressures. And when society taught us through family, friends, neighbours, schools, workplaces, TV, movies, newspapers, courthouses, and governments that being church attenders was important, churches organized around social commitment worked well.“

Well, it doesn’t work anymore. Or does it? „The Medium is the Message“ weiterlesen

10 Tips for young Preachers

As it came to pass I was given the opportunity to deliver sermons in front of real congregations – you know, the smaller but quirkier ones. For a relatively young student of theology like me preparing and delivering sermons was and is quite a challenge. It should be that way, at least if you take your responsibility serious.

So I would like to share with you some of my thoughts on sermons, which I think are helpful especially to folks who start out preaching in public. „10 Tips for young Preachers“ weiterlesen