Rezension – „Altes Land“ von Dörte Hansen

Ich habe gelacht, geschmunzelt, war gerührt und habe das Buch am Ende etwas widerwillig aus der Hand gelegt, weil es schon vorüber war. Gemessen an diesen meinen eigenen, höchst subjektiven Maßstäben, ist „Altes Land“ von Dörte Hansen ein hervorragendes Buch.

Warum eine Rezension über einen Bestseller schreiben, an dem viele von uns dank Spiegel-Bestsellerliste und Geschenken ohnehin kaum vorbei kommen? Warum ein vermeintliches Frauenbuch lesen und dann auch noch drüber schreiben? Warum einen Unterhaltungsroman für ein Onlinemagazin für (angehende) Theologen besprechen?

Dass ich über „Altes Land“ schreibe, hat viel damit zu tun, welche Antworten auf diese Fragen häufig gegeben werden. Ich schreibe ja nicht über jedes Buch, das mir gefallen hat. Es muss etwas kitzeln. Im Falle dieses Erstlings von Dörte Hansen ist es die Tatsache, dass zumindest die beiden Rezensionen, die ich im Anschluss an meine Lektüre gelesen habe, einfach gräuslich sind. Und es liegt daran, dass „Altes Land“ ein Heimatroman ist.

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The Medium is the Message

This week, I came across this article by Erik Parker from his blog The Millennial Pastor: „Why nothing seems to get people back to church – The issue at the core of decline“. I’m a frequent reader of his blog, in fact, I translated one of his articles into German a few years ago for theologiestudierende.de.

At first I felt a bit angry about his thoughts, because I know congregations (or for that matter groups in general) that behave just like he describes in his article: „Most churches are, at their core, institutions formed around a social or societal commitment. The core of churches have been based on the fact that people are expected to attend because of societal pressures. And when society taught us through family, friends, neighbours, schools, workplaces, TV, movies, newspapers, courthouses, and governments that being church attenders was important, churches organized around social commitment worked well.“

Well, it doesn’t work anymore. Or does it? „The Medium is the Message“ weiterlesen

Auch das Christentum ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar

Am Wochenende entblödete sich Trixi von Storch von der AfD nicht, zu behaupten, der Islam sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Das gilt natürlich auch vom Christentum. Grundgesetzkonformität ist auch nicht der Maßstab, an dem wir Religionen messen sollten. Ich habe bei Storchs Äußerungen an ein Interview Navid Kermanis mit PublikForum (Ausgabe 24/2015) denken müssen, darin:

„Teile der Gesellschaft halten einen schon für bekloppt, wenn man die Ansicht vertritt, dass der Mensch nicht alles und der menschliche Verstand nicht das Maß aller Dinge ist. Und wer staatliche Vorschriften nicht für die einzige Gesetzesquelle hält, ist für sie ein Fall für den Verfassungsschutz. Wenn es aber keine Kommuniktation mehr gibt zwischen denen, die religiös verankert sind, und denen, die kein Gespür dafür haben, was Religiosität ausmacht, wird es zunehmende Missverständnisse geben, innerhalb der Gesellschaft, aber mehr noch in der Auseinandersetzung mit anderen Gesellschaften. Denn diese radikal säkularisierte Zone der Welt existiert nur in einem schmalen Streifen zwischen Skandinavien und Nordspanien.“

Das Bestürzende ist, dass Storch Christin ist. Sie tut aber so, als ob ihr nicht klar ist, was Religiosität ausmacht. Oder hat sie dafür kein Gespür? Nach allem was man weiß, ist Frau Storch sogar eine Christin, die besonders auf die Gesetzlichkeit ihres Glaubens Wert legt. Wenn sie also Grundgesetz und Religion gleichsetzt, dann nicht unabsichtlich, sondern bewusst, um gegen den Islam zu hetzen. Darin steckt eine gehörige Portion Doppelmoral, weil sie für sich selbst in Anspruch nimmt, was für viele Religiöse selbstverständlich ist: Eine höhere Bedeutung des „göttlichen Gesetzes“ gegenüber menschlichen Gesetzgebungen. Oder nicht? „Auch das Christentum ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“ weiterlesen

Unter Heiden (15): Balkanroute

Vor ein paar Wochen haben wir das Artwork für Unter Heiden auf theologiestudierende.de geändert. Es zeigt nun nicht mehr einen typisch ostdeutschen Wohnblock, sondern einen Spaziergänger auf dem Weg durch einen kleinen Ort. Der Spaziergänger bin ich und den Ort nennen wir Benzenz. Er liegt in Rumänien und ist deshalb offiziell nach dem rumänischen Luftfahrtpionier Aurel Vlaicu benannt. Nun wird es bei Unter Heiden zukunftig nicht statt um Ostdeutschland und die Heiden auf einmal um Rumänien gehen, sondern weiterhin um die Ränder und das Randständige, für das der Osten und die Heiden Metaphern sind – diesmal nur noch ein wenig weiter ostwärts.

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