Lob, Flausch, Spam (2)

Viele Blogger begeistert am Bloggen vor allem der Kontakt mit Lesern, Kommentatoren und anderen Bloggern. Irgendwie steckt das ja auch hinter der ganzen Social-Media-Idee, nicht wahr? Man will sich mitteilen und freut sich darüber, wenn aus den Weiten des Netztes ein Echo zurückschallt. Oft genug besteht das Echo aber aus unhöflichen Kommentaren und sonstigem Schrott. Deshalb sollte man das Lob groß schreiben, damit es in der Flut der Kritik nicht untergeht.

Vielleicht ist es ja auch das, was Gestern auf Twitter unter dem Hashtag #Liebesspam abging.

Lob-Piraten werden
Vor anderthalb Jahren schrob ich den ersten „Lob, Flausch, Spam“-Artikel hier auf dem Blog. Damals gab es die PIRATEN-Partei noch und die Leute verstanden, was Flausch heißen sollte. Nämlich das absichtsvolle und massive Loben oder Bedanken (bei) einer Person. Das Gegenteil eines Shitstorms eben. Die PIRATEN konnte auch ihr gelegentliches Geflausche nicht retten, so massiv hatte sich das Bild einer pöbelnden, wütenden Bande von ästhetisch fragwürdigen Internettrollen in der potentiellen Wählerschaft schon festgesetzt (nicht ganz zu unrecht).

Trotzdem auch in anderen Kontexten immer wieder zur Freundlichkeit im Netz und zu gegenseitigem Weiterempfehlen und Lob aufgefordert wird – gehört für mich z.B. zur Folklore der Re:publica (wenn das so stimmt, was ich online verfolge) -, wird auch heute noch im Netz deutlich mehr geschimpft als gelobt.

Das, und nicht manche technische Hürde, schreckt Neulinge ab! Wer macht schon gern irgendwo mit, wo man regelmäßig eins vor den Latz bekommt oder niemals einmal wahrgenommen wird. Das gilt für die Wikipedia, für Twitter und fürs Bloggen. Wir alle sollten unsere Aufmerksamkeit (und die Aufmerksamkeit unserer Bubble) stärker mit den Leuten teilen, die mit uns dieses Netz bevölkern. Da und dort mal ein Lob zu hinterlassen oder ein kleines Dankeschön in Form eines Kommentars, eines Retweets, eines Facebook-Likes oder Flattr-Spendchens ist doch nicht zu viel verlangt, oder?

Spam = das Lob zwischendurch
Große Vorbilder beim Loben sind die Spammer, die meinen und andere Blogs in schnöder Regelmäßigkeit mit ihren Ergüssen mal­t­rä­tie­ren. Hier einige Perlen:

Ein Nutzer übertreibt ein wenig mit der Reichweite dieses Blogs, trotzdem sehr charmant: „I am sure this piece of writing has touched all the internet visitors.“

„Thank you very much for that magnificent article.“ Das stünde unter diesem Artikel.

„Write more, thats all I have to say. Literally, it seems as though you relied on the video to make your point. You obviously know what youre talking about, why throw away your intelligence on just posting videos to your site when you could be giving us something enlightening to read?“ Dieses Lob trifft mich hart, weil ich so selten Videos poste und im gemeinten Artikel gar nicht. Aber ist es nicht ermunternd, wenn meine Leser mir so viel zutrauen?!

Dieser Nutzer möchte – völlig zu recht – immer auf dem neuesten Stand bleiben. „Good web site! I really love how it is easy on my eyes and the data are well written. I am wondering how I might be notified whenever a new post has been made. I’ve subscribed to your RSS which must do the trick! Have a great day!“ Neben dem RSS-Feed kann man mir auch auf Twitter folgen, da kriegt man auch alles mit.

„Only wanna tell that this is very useful , Thanks for taking your time to write this.“ Bitte sehr, gern geschehen.

Was computergenerierter Kackspam kann, können wir schon lange!

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