SommerRückblick Teil 4: Spreewald

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Seit Jahren fahre ich mit meinen besten Paar Freunden jeden Sommer für ein Wochenende irgendwo hin. Da ich in Halle, die beiden aber in Dresden wohnen, sehen wir uns nicht mehr so häufig, vor allem aber nicht für längere Zeit. Deshalb sind diese Wochenenden immer top. Nachdem wir zwei Jahre in Zittau und Umgebung verbracht haben – mit Radfahren, Planschen und Kultur -, waren wir 2012 und 2013 im Spreewald. Obwohl es dem Gedanken unseres „Spontan“-Urlaubs völlig entgegensteht, haben wir dieses Jahr etwas vorgeplant. Von zu Hause besorgten wir uns also schon einmal ein Kanu/Kajak/Kanadier für 3 Personen. Ansonsten lassen wir uns eigentlich ganz gerne treiben.

Deutschland, schönes Urlaubsland
Ich fahre gerne im Urlaub in Deutschland rum. Besonders die Städte unseres Landes haben es mir angetan. Aber auch so mancher Landstrich hat mein Herz schon erquickt, auch wenn ich es mit Bergen nicht so habe. Trotzdem, an Ostsee, Elbsandsteingebirge und dem wunderschönen Blick ins grüne Herz Deutschlands, den man hat, wenn man auf der A4 gerade an Jena vorrüber, aber noch nicht an der Ausfahrt Magdala ist, also über die Anhöhe drüber fährt, ist nichts auszusetzen. Gleiches könnte man über beliebig viele weitere Regionen Deutschlands sagen. Auch über den Spreewald. Die ruhige Fahrt durch den Hochwald, die wir 2012 genossen, sehr gut. Die Seltsamkeit einer Tourismus-Region mit ihren Eigenheiten, interessant.

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Planlos im Spreewald
Aber planlos im Spreewald Urlaub zu machen. Keine gute Idee. Nachdem wir im letzten Jahr hinter einem 3er Kanu/Kajak/Kanadier hinterherrennen mussten, entledigten wir uns dieses Problemes schon im Vorfeld. Und zwar ganz hervorragend beim Bootsverleih Dolzke-Insel. Doch anders als auf bisherigen Fahrradtouren, deren Planung in den Händen meiner Urlaubsgenossen ohnehin besser aufgehoben war, verließen wir uns auch dieses Jahr auf die praktischen, einlaminierten Karten, die es zu jedem entliehenen Kajak/Kanu/Kanadier mitdazugibt. Darauf eingezeichnet, jeder der Kanäle, Flussabschnitte, bis zum kleinsten Tschumi. Wichtig, ebenso verzeichnet sind alle Gasthöfe, Biergärten, vulgo Touristen-Abkippplätze.

Auf unser gut neunstündigen Tour, die im weiten Bogen von Lehde nach Burg und zurück nach Lehde führte, nahmen wir in regelmäßigen Abständen Stärkung zu uns. Den Beginn machte nach entspannten 20 min Einpaddeln – wie im Jahr zuvor – das Gasthaus Wotschofska. Dort gab es für meine Begleiter ein Gurken-Radler, die erste von vielen regionalen Spezialitäten, die es im Spreewald gerne mit dem Zusatz „Original“ zu erstehen gibt. Statt mit Zitronenlimo wird hier mit Gurkenlimo gespritzt. Ein Genuss, der bei meinen Begleitern auf wohlwollendes Interesse stößt. Dazu gab es die ersten Gurken des Tages, á 50ct das Stück, wie überall im Spreewald, wenn man sich nicht von den Ständen, die auf Senioren-Busse spezialisiert sind, abzocken lässt. Es gibt mindestens Gewürz-, Senf-, saure und Knoblauchgurken. Es ist also nicht zureichend bei der Bestellung einfach auf Spreewälder Gurken (Original.) zu bestehen.

Bedient
Unser Mittagessen nahmen wir dann in einem weiteren Gasthof ein, dessen Namen hier nicht genannt werden soll, weil es sich eher nicht um eine werbliche Äußerung meinerseits handelt. Für einen eigentlich angemessenen Preis erhielten wir halb-gefüllte Teller, die Mehrzahl sogar sauber. Einer meiner Begleiter genoss eine weitere Spezialität des Spreewaldes, Kartoffeln mit Quark und Leinöl (Original.). Der Rest begnügte sich mit Panade (Fisch) und Kartoffelsalat (ging so) und Salatbeilage (ungenießbar). Um der Mittagsmüdigkeit vorzubeugen, die bekanntlich der Feind eines jeden aufrechten Wochenendurlaubers und Christen ist, bestellten wir einen Espresso – auf Nachfrage sogar Doppio. Was wir für den Preis eines kleinen Eisbechers bekamen, war eine halb-gefüllte Tasse Kaffee, mhm lecker.

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Es folgte ein kleiner Stopp für Bier und Gurken irgendwo auf der Strecke. Gurken, ok, schmecken tatsächlich unterschiedlich. Also vielleicht doch mal ein kleines Eimerchen zum Probieren kaufen. Bier gut, wenn man Zapfzeiten von 10 min erträgt. Wir waren im Urlaub, hatten Zeit, daher kein Gemurre. Zum Kaffee kehrten wir abermals ein. Dort gab es bereits halb Fünf leider keine Plinsen mehr, auch eine Spreewalder Spezialiät (Original.). Für uns kein Problem.

Nur mal so als Tipp an alle, die vor haben, im Spreewald zu urlauben: Vorher einfach ein paar Gasthof-Feedbacks online nachlesen, dann kann man die guten Gasthöfe gezielt anpaddeln. Das erspart Enttäuschungen. Die beste Servicementalität erlebten wir bei einem kleinen Mitbürger von vielleicht neun Jahren, der sich sein Taschengeld mit Schleusendienst aufbesserte. Klasse geschleust, klasse Schleuserspruch. Es gibt sie noch, die guten Dinge.

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen. Der Spreewald ist top, die Spreewald-Gastro nicht. Die Natur ist wunderschön und auf dem Weg kann man sogar was erleben und miteinander und mit den vorbei paddelnden Aktivurlaubern und sich chauffieren lassenden Rentnern auf den Kähnen Spaß haben. Unverständlich daher, warum man (nicht überall, aber doch häufig) schlecht bedient wird. Sind die Touristenladungen, die Reisebusse voll von zahlungskräftigen Rentnern eine Selbstverständlichkeit?

Tschumi
Genächtigt haben wir übrigens, wie auch im Jahr zuvor, bei Spreewald-Natur-Camping am Schlosspark in Lübbenau. Was braucht der Mensch mehr als einen Grill und eine gutes Bier? Außerdem kann man dort abends direkt am Tschumi sitzen. Apropos: was Tschumi tatsächlich heißt, jenseits „schmaler Kanal“, und woher das Wort stammt, wissen wir auch nach zwei Aufenthalten im schönen Spreewald nicht. Wer da Abhilfe schaffen kann, ab dafür in die Kommentare!

tl;dr
Spreewald-Urlaub macht Spaß. Nächstes Jahr fahren wir trotzdem woanders hin.

Ein Kommentar

  1. da war ich auch schon mal .. das gurkenradler ist echt was besonderes vor allem wenn du da hinpaddelst und auf einmal ist da ein riesiger biergarten mit vielleicht 1000 leuten

    schon krass was das für eine tourigegend ist

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