Ballast abwerfen – Reminiscere

Wer kennt nicht das Gefühl schwere Lasten mit sich herumzuschleppen. Heute merken wir häufig erst, dass etwas uns bedrückt, wenn wir es körperlich spüren. Schmerzen im Kreuz, im Kopf, die verhindern, dass wir aufrecht durch unser Leben gehen können.

Oft höre ich mich selbst sagen: „Das muss ich jetzt machen, ohne mich wird das nichts, ich kann jetzt nicht Nein sagen.“ Oder: „Was werden die anderen sagen, wenn ich mich jetzt darum kümmere und dies bei Seite lasse? Hoffentlich werde ich allen gerecht.“ Jeder von uns hängt in Verpflichtungen fest, die leider keine Freude, sondern eine Last sind.

„Wenn ein Mensch in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: »Gott hat mich in Versuchung geführt.« So wie Gott nicht zum Bösen verführt werden kann, so verführt er auch niemand dazu. Es ist die eigene Begehrlichkeit, die den Menschen ködert und einfängt. Wenn jemand ihr nachgibt, wird die Begehrlichkeit gleichsam schwanger und gebiert die Sünde. Und wenn die Sünde ausgewachsen ist, bringt sie den Tod hervor.“ – Jakobus 1, 13-15

In Zeiten der Eile und Hast, wenn wir unzufrieden sind mit unserem Leben, wenn wir nichts mehr so richtig genießen, dann sind wir schnell dabei, die Schuld auf jemand Anderen zu schieben. Viele dieser Verpflichtungen sind falsche Erwartungen der Gesellschaft, der Familie oder Wünsche von Arbeitgebern, Freunden oder Partnern. Aber vor allem sind es unsere eigenen Bilder davon, wie wir zu sein haben, die uns davon abhalten, so zu werden, wie wir werden könnten.

Bei der Ballonfahrt ist es so: wer höher in den Himmel steigen möchte, muss Ballast abwerfen. Wer aufrecht gehen möchte, darf sein Rückgrat nicht überlasten.

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