Kreuz tragen – Eine Passionsandacht

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Diese Passionsandacht entstand 2007 für das Projekt Hungrig?. Junge Erwachsene der Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz wurden zu einem Abend in der Karwoche eingeladen. Aus dem einmaligen Treffen entstand ein fester Kreis für junge Erwachsene in der Gemeinde. Die untenstehende Andacht bearbeitet mit Hilfe von Texten, Musik und Bildern das Thema „Kreuz“. Es geht um das Kreuz und seine Bedeutung als Leidenzeichen, aber auch um die Hoffnung, die wir mit diesem Symbol verbinden.

Eine(r) (1):
Herzlich Willkommen hier im Gemeindehaus der Kirchgemeinde Blasewitz zu diesem Abend, den wir „Hungrig?“ genannt haben. Zu Beginn möchten wir Euch mitnehmen in die Karwoche, die ja eine Zeit der Besinnung auf das Leiden und Sterben Jesu von Nazareths ist. Im Mittelpunkt der Karwoche steht das Kreuz.

Eine(r) (2):
Das Kreuz ist zuerst das Zeichen des Leids, des Schmerzes, der Hoffnungslosigkeit. Symbol für das Leiden Jesu, Symbol auch für unser Leiden.

Daphne Scholinski wird unberechtigt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, dort begegnet sie Nick.

„Hinterher saß ich mit Nick beim Abendessen. Ich half ihm bei den Hausarbeiten und erklärte mich einverstanden, mit ihm fernzusehen, wenn er seine Rechtschreibübungen fertig hatte. Sofern er hier nicht völlig durchdrehte, würde Nick in sein altes Umfeld zurück müssen, wo die Kinder aus der Nachbarschaft tuscheln würden, dass man ihn eingesperrt hatte, weil er verrückt war. Das schien mir das Schlimmste überhaupt zu sein – eingesperrt war schon schlimm genug, aber hinterher in die Welt da draußen zu müssen, wo man ganz allein den Hänseleien der anderen ausgesetzt war. Wir saßen an einem langen Tisch, und ich sagte Nick, er solle seine Milch trinken, weil er die Kraft brauchen würde. Daraufhin meinte er, dass ich ihm mehr helfe als jeder Therapeut, wonach ich mich richtig gut fühlte.“

Eine(r) (1):
Das Kreuz. Wir tragen es durch diese Welt. Wir tragen unsere Last, die umso älter man wird, schwerer wird. Erfahrungen, besonders schlechte, prägen. Wir fühlen uns unverstanden – jeder trägt sein Kreuz für sich.

Es geht weiter. Probleme holen uns ein, wir müssen auf sie reagieren, sie verschwinden nicht. Wir müssen zu ihnen stehen, uns ihnen stellen, entgegenstellen.

Lesung mit Klavier und Bild (z.B. Immendorf: „Mann im dunklen Wald“):
Jesus in Gethsemanewaldimmendorff_0001
Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen. Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt! Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!
(Lukas 22, 39-46)

Musik:
Saviour – Noa, 1 Strophe + Refrain

Statements (aus dem Ökumenischen Kreuzweg der Jugend 1981, Einzelne):
1. Ich sehe das Leid der Welt, den Hunger der Menschen nach Brot und Friede.
2. Ich sehe, wie Menschen ihre Kreuze durch die Welt tragen, und andere spöttisch lächelnd daneben stehen und nichts tun.
3. Ich sehe, wie Jesus die Sünde der Welt trägt, wir aber so tun, als hätte Gott diese Welt aus den Augen verloren.
4. Ich sehe, wie wir Not und Trauer verdrängen, anstatt zu lernen, wie wir mit unserem Leben fertig werden können.

Eine(r) (2):
Das Kreuz. Wir tragen es nicht allein durch diese Welt. Einer gibt uns Kraft – er trägt.

Eine(r) (1):
Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

Menschen gehen zu Gott in seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehn ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in seinen Leiden.

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit seinem Brot,
stirbt für die Christen und Heiden den Kreuzestod
und vergibt ihnen beiden.

Dietrich Bonhoeffer

Alle Artikel zur Passionszeit auf einen Blick:

Ein Kommentar

  1. Das Kreuz ist mit derart viel Symbolik aufgeladen, dass man neben deinen Ausführungen noch sehr viel mehr schreiben könnte. Am wichtigsten ist aber, was es dem einzelnen bedeutet und auch geben kann.

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