5 x Moment mal (März – Mai 2016) (Update)

In letzter Zeit sind fünf Moment-mals von mir auf theologiestudierende.de erschienen. Hier – wie immer – die Leaser (Links + Teaser):

Ist verziehen (Genesis 33, 1–10) (7. März 2016)
„Vergeben ohne Einsicht übertrifft alle menschliche Möglichkeit. Im Raum der Möglichkeiten Gottes erscheint es dagegen fast schon kleinkariert zu behaupten, Gott bedürfe der Reue, um Schuld zu vergeben. Das ist es denn auch, was mit dem „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ am Kreuz eigentlich gemeint ist. Denn natürlich wussten die römischen Soldaten genau, was sie da taten. Nur wussten sie nichts von den Auswirkungen ihres Handelns im „göttlichen Bereich“. Doch dort, bei Gott, wird ihnen vergeben, trotzdem sie nichts von ihrer Schuld an der Gottheit ahnen.“

Für Dich gestorben (4. April 2016)
„Vielleicht ist das persönliche Zuherzennehmen ein Sediment fast verschwundener christlicher Vorstellungen von Stellvertretung und Opfer. Vielleicht drückt sich darin aber wieder neu ein Bedürfnis danach aus, nicht für sich allein zu leben und zu sterben, sondern seinem Leben gerade darin einen Sinn zu geben, dass es für andere wichtig ist. So sehr, dass auch das eigene Sterben nicht verloren geht, sondern bedacht und betrauert wird.“

Die Kanzelparagraphen der Union (2. Mai 2016)
„Dass die Forderungen aus der Union reiner Populismus sind — ein Hinterherhecheln durch die Schneise der diskursiven Verheerung, die die AfD diesem Land antut — wird umso auffälliger, wenn man einmal nach der praktischen Ausübung eines solchen neuen Kanzelparagraphen fragt: Will Kauder ernstlich Spitzel in die Gotteshäuser des Landes schicken?“

Zum Himmel, nochmal! (9. Mai 2016)
„Das ist mein Hauptproblem mit der himmelfahrtlichen Verkündigung: Ich bin eben kein Kind mehr, dem sich – nach Pöhlmann – die uralte Metaphorik unhinterfragt erschließt. Und ich will von der Kanzel herab – oder von mir aus auch vom Pult herüber – nicht als Kleinkind behandelt, nicht für dumm verkauft werden. Ich will, dass auch zu Himmelfahrt in die Tiefe gegangen wird und die Symbole unseres christlichen Glaubens als Symbole ernst genommen werden. Das verlangt ihre Auslegung.“

Pfingsten ist nicht der Geburtstag der Kirche (16. Mai 2016)
„Es bleibt daher etwas unsinnig, zu behaupten, zu Pfingsten würden wir den „Geburtstag der Kirche“ feiern. Ärgerlich ist es vor allem deshalb, weil damit leider überhaupt nicht die Ermächtigung der vormals Nicht-gemeinten und das freie Walten des Geistes gemeint ist. Vielmehr wird suggeriert, dass sich Nachfolge Christi in den bestehenden Formen und Hierarchien der Kirche abzuspielen hat, weil nur dort der Geist zu finden sei, der Jesus und seine Jüngerinnen verbunden hat.“

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