Kreuz tragen – Eine Passionsandacht

Diese Passionsandacht entstand 2007 für das Projekt Hungrig?. Junge Erwachsene der Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz wurden zu einem Abend in der Karwoche eingeladen. Aus dem einmaligen Treffen entstand ein fester Kreis für junge Erwachsene in der Gemeinde. Die untenstehende Andacht bearbeitet mit Hilfe von Texten, Musik und Bildern das Thema „Kreuz“. Es geht um das Kreuz und seine Bedeutung als Leidenzeichen, aber auch um die Hoffnung, die wir mit diesem Symbol verbinden.
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Nicht vom Brot allein

„Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ – Matthäus 4, 1-4

Die vorösterliche Passionszeit wird häufig auf diese 40 Tage, die Jesus von Nazareth in der Wüste verbracht hat, zurückgeführt.

Jesus wird vom Geist Gottes in die Wüste geführt, um sich dort zu erweisen. Das Gleiche geschieht auch uns täglich. Christen beten um Hilfe in ihrem Leben, um Mut oder mehr Zeit, Geduld, Gelassenheit, Selbstbewusstsein und noch viel mehr. Der falsche Weg wäre es, darauf zu warten, dass einfach so etwas passiert. Vielmehr werden auch wir in Situationen geführt, in denen wir das Potenzial, das da in uns liegt, erfahren können. Wir erleben eine Situation, in der wir endlich mutig sein müssen und erfahren, dass wir es können. Ich erlebe immer wieder, dass ich zornig werde und mich immer wieder über die gleichen Dinge aufrege, dann denke ich an mein Gebet, spüre, dass ich gelassener werde, weil Gott auch dies in mich hineingelegt hat. Gebet ist Erinnerung.

Jesus wird mit seinem eigenen Wunsch nach Nahrung konfrontiert. Er besinnt sich auf das, was ihm noch wichtiger ist, als satt zu werden. Er besinnt sich auf das Wort, welches Gott in sein Leben gegeben hat und wird satt.

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Ballast abwerfen – Reminiscere

Wer kennt nicht das Gefühl schwere Lasten mit sich herumzuschleppen. Heute merken wir häufig erst, dass etwas uns bedrückt, wenn wir es körperlich spüren. Schmerzen im Kreuz, im Kopf, die verhindern, dass wir aufrecht durch unser Leben gehen können.

Oft höre ich mich selbst sagen: „Das muss ich jetzt machen, ohne mich wird das nichts, ich kann jetzt nicht Nein sagen.“ Oder: „Was werden die anderen sagen, wenn ich mich jetzt darum kümmere und dies bei Seite lasse? Hoffentlich werde ich allen gerecht.“ Jeder von uns hängt in Verpflichtungen fest, die leider keine Freude, sondern eine Last sind.

„Wenn ein Mensch in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: »Gott hat mich in Versuchung geführt.« So wie Gott nicht zum Bösen verführt werden kann, so verführt er auch niemand dazu. Es ist die eigene Begehrlichkeit, die den Menschen ködert und einfängt. Wenn jemand ihr nachgibt, wird die Begehrlichkeit gleichsam schwanger und gebiert die Sünde. Und wenn die Sünde ausgewachsen ist, bringt sie den Tod hervor.“ – Jakobus 1, 13-15

In Zeiten der Eile und Hast, wenn wir unzufrieden sind mit unserem Leben, wenn wir nichts mehr so richtig genießen, dann sind wir schnell dabei, die Schuld auf jemand Anderen zu schieben. Viele dieser Verpflichtungen sind falsche Erwartungen der Gesellschaft, der Familie oder Wünsche von Arbeitgebern, Freunden oder Partnern. Aber vor allem sind es unsere eigenen Bilder davon, wie wir zu sein haben, die uns davon abhalten, so zu werden, wie wir werden könnten.

Bei der Ballonfahrt ist es so: wer höher in den Himmel steigen möchte, muss Ballast abwerfen. Wer aufrecht gehen möchte, darf sein Rückgrat nicht überlasten.

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