Der bescheidene Herr Bergoglio

Es ist nach den letzten Wochen, in denen die Nachrichten vor allem um Nordkorea und die Finanzkrise in Europa kreisten (neuerdings abgelöst durch den Terroranschlag in Boston), ein wenig in Vergessenheit geraten, mit welcher vehementen Begeisterung die Wahl Jorge Mario Bergoglios zum neuen Papst der röm.-kath. Kirche aufgenommen wurde. Die Redaktionen der deutschen Presseorgane überschlugen sich mit Ergebenheitsadressen. Einhellig war man der Meinung, dass Bergoglio jemand ist, der den Ton ganz anders setzt als sein Vorgänger, der durch Zeichen handelt und er vor allem eines ist, sehr bescheiden.

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Amazon, Kapitalismus und der Buchladen um die Ecke

Ich beteilige mich ja grundsätzlich nicht an Shitstorms, ich habe Stil. Dieses, mein eigenes Stildiktat, sorgt dafür, dass ich zu vielen Themen erst mit entsprechendem Abstand von ein paar Stunden oder Tagen etwas (dann hoffentlich Substantielles) sagen kann. Dazu gehört sicher auch die Amazon-Debatte der letzten Woche. Viele, wirklich viele Leute haben dazu etwas ins Netz geschrieben und inzwischen hat Amazon auf die Vorwürfe mit einer Erklärung geantwortet. Aufgekommen ist die aktuelle Diskussion durch die Reportage „Ausgeliefert!“ letzten Montag in der ARD (in der Mediathek). „Amazon, Kapitalismus und der Buchladen um die Ecke“ weiterlesen

Heimat auf dem Weg – Gedanken zur Jahreslosung 2013

Die Jahreslosung für das Jahr 2013 lautet: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Ich möchte mich ein wenig mit der Losung aus dem Hebräerbrief beschäftigen und schauen, in wie weit sie in unsere Situation hineinsprechen kann.

Gesellschaft
„Weihnachten entscheidet sich unterm Baum.“ So warb die Elektronikmarktkette Mediamarkt im Advent 2011 um Kunden. Abgesehen davon, dass in diesem kurzen Satz ein scheinbar allgegenwärtig akzeptierter und praktizierter Materialismus behauptet wird, liegt in ihm auch ein Fünkchen Wahrheit. Denn ist es nicht so, dass wir mit dem Weihnachtsfest Bilder, Wünsche und Vorstellungen verbinden, die unserem tatsächlichen Leben nicht entsprechen? Frieden, Geborgenheit, Heimat. Man kann die vielfältigen Verbrämungen des Christfestes zum „Fest der Liebe“ kritisieren – sollte es sogar – aber es darf nicht vergessen werden, dass in der Tiefe solcher Beschreibungen, Wünsche und Bilder der Menschen liegen, die von Geborgenheit, Ankunft und Frieden sprechen. „Heimat auf dem Weg – Gedanken zur Jahreslosung 2013“ weiterlesen