Warum eine Demo nicht immer das Mittel der Wahl ist – Demo-Samstag 17. September 2016

Am Samstag, den 17. September 2016, wurde reichlich demonstriert. Es ist eine Zierde für unsere Demokratie, dass freie Bürger auch die Straßen und Plätze nutzen, um ihren politischen Überzeugungen Ausdruck zu verleihen. Die öffentliche Demo ist Triebkraft gesellschaftlicher Veränderung, weil sie berechtigten Anliegen dadurch Nachdruck verleiht, dass man einfach sehen kann, wie vielen Menschen etwas wichtig ist. Das macht politisches Handeln in vielen Fällen erst dringlich.

Protest, der sich lohnt

Und noch mehr: Für viele Menschen spielen Demonstrationen eine wichtige Rolle in ihrer Biographie. Das gemeinsame auf die Straße gehen emotionalisiert zum Teil staubige politische Themen. Sich etwas zu herzen nehmen und damit herumgehen, ist tief verknüpft (-> Pilgern). Manchen Themen ist mit der einhergehenden Emotionalisierung und Verknappung der Botschaft, die für eine Demo zentral sind, nicht gedient. Nicht jedes Anliegen sollte man in Sätze verpacken, die sich zwar wunderbar skandieren lassen, dadurch aber der gebotenen Komplexität und Sensibilität ermangeln. „Warum eine Demo nicht immer das Mittel der Wahl ist – Demo-Samstag 17. September 2016“ weiterlesen

Die Schwangerschaftskonfliktberatung in der Abtreibungsdebatte

Vor ein paar Tagen fand in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt. Im Vorfeld wollte ich eigentlich ein paar journalistische Texte und Blogbeiträge von anderswo für theologiestudierende.de zusammenstellen und kommentieren. Das habe ich dann gelassen. Erstens, weil mir das Sujet zunehmend ziemlich nahe ging, ich Schwierigkeiten mit der angestrebten neutralen Kommentierung bekam. Zweitens, weil nahezu jeder deutschsprachige Text zum Themennexus Lebensschutz, Abtreibungsgegnerschaft, Schwangerschaftskonflikt und schließlich zum „Marsch für das Leben“ selbst einseitig geschrieben ist.

Das an sich würde eine Kommentierung ja nicht unmöglich, sondern gerade erst nötig machen. Dem stand aber die pure Anzahl der Wahrheitsverdrehungen und falschen Faktenangaben gegenüber, die sich die jeweiligen Autoren von Rechtsaußen und auch von Linksaußen bedienten, um ihre jeweiligen Argumentationsketten aufzubauen oder zu stabilisieren. Das hat mir die Beschäftigung mit diesem an sich spannenden Thema ordentlich verleidet und eine Verlinkung dieser Artikel macht es bis heute schwierig. Ich frage mich, wo überhaupt der lohnenswerte und dringendste Einsatzpunkt ist, von dem aus ich mich dem Themenfeld nähern könnte.

Deshalb habe ich mich entschieden, mich auf zwei Beispiele zu konzentrieren, an denen die oben geschilderten Probleme der Debattenlage doch recht deutlich werden. Da wäre zuerst die Frage nach der Schwangerschaftskonfliktberatung, der ich in diesem Artikel nachgehen möchte. In einem zweiten Artikel werde ich mich der Diskussion um Planned Parenthood widmen, die zunehmend von Lebensschützerseite in die deutsche Debatte eingebracht wird. „Die Schwangerschaftskonfliktberatung in der Abtreibungsdebatte“ weiterlesen