5 Fehlannahmen über die AfD destroyed

Im Zuge der Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg, dem erwartbar starken Abschneiden der AfD bei jeder dieser Wahlen und der begleitenden Berichterstattung werden immer wieder Fehlannahmen verbreitet. Besorgte Bürger, Internetleute und zunehmende auch Journalisten berichten in einem erstaunlichen Furor über die Erfolge der rechtspopulistischen Partei. Hier 5 Fehlannahmen, die immer wieder so oder so ähnlich auftauchen und ihre Widerlegung.

1) Die AfD hat sich durch den Einzug in die drei ostdeutschen Landtage im Parteienspektrum endgültig festgesetzt.

Das ist Bullshit. Hier hilft ein Blick auf die Wahlbeteiligung und besser noch auf die Zahl der Wähler, die tatsächlich AfD wählten. Mit knapp über 100 000 Wählern pro Bundesland ist und bleibt man eine kleine Partei, die vom Reißen der 5 %-Hürde bedroht ist. Die geringe Wahlbeteiligung hat der AfD definitiv geholfen und sorgt für die zweistelligen Ergebnisse. Wenn die AfD anfängt, Fehler zu machen – wozu sie bisher niemand gezwungen hat, was der Tagesbetrieb in den Parlamenten aber begünstigt -, dann wird sich die langfristige Stärke der Partei erweisen müssen. Dass sie bis zur nächsten Bundestagswahl durchhält, ist noch nicht abgemacht.

2) Die AfD kann wie die PIRATEN schnell untergehen.

Das ist unwahrscheinlich. Zwar hat auch die AfD definitiv ein Problem mit ihren Mitgliedern, die ebenso wie die PIRATEN mit großer Lust aufeinander losgehen. Aber die AfDler tun das wenigstens nicht in der Öffentlichkeit. Sie wird aber vor allem deshalb nicht untergehen, wie es die PIRATEN taten, weil sie eine ganz andere Wählerschaft anzieht. Den PIRATEN gelang es in zwei Wahlen signifikant junge WählerInnen aus der bisherigen Nichtwählerschaft zu gewinnen. Diese zeigten sich nach einer Weile von der Arbeit und dem Gebaren (!) der von ihnen gewählten Mandatsträger enttäuscht und kehrten zum großen Teil wieder in die Reihen der Nichtwähler zurück. Die AfD wildert vor allem in der Wählerschaft der CDU (Konservative, denen die Merkel-CDU zu sozialdemokratisch ist), der Partei DIE LINKE (alte DDR-Konservative, deren Hang zur Entrüstung gut bespielt wird) und der NPD (Nazis, die nicht mehr geschnitten werden wollen). Für diese Wählerschaft gibt es nicht nur in Ostdeutschland ein großes Reservoir – das hat die Bundestagswahl schon gezeigt!

3) Die AfD ist ein ostdeutsches Phänomen. Hier ist sie besonders stark.

Das ist Quatsch. Die Bundestagswahl – und die Europawahlergebnisse zeigen, dass die AfD überall im Land „gut“ ankommt, nicht nur im Osten. Allein einige Gegenden in Sachsen stechen als besonders begeistert heraus. Das ist umso erstaunlicher, da die AfD dort gar nicht in der Lage war, einen konzertierten Wahlkampf zu gestalten. D.h.: Die AfD reitet auf einer Welle – auch, aber nicht nur aus Protestwählern. Wenn statt in Brandenburg in Niedersachsen gewählt worden wäre, gäbe es ähnliche Ergebnisse. Der ressentimentgeladene Konservatismus der AfD steckt den Wessis genauso in den Knochen wie den Ossis.

4) Der Aufstieg der AfD ist ein Riesending.

Nein, das ist er nicht. Weder kommt er überraschend, noch superschnell und heftig. Niemand kann sich rausreden, davon nicht schon eine Weile gewusst oder es zumindest geahnt zu haben. Und drei Landesparlamente kleiner Bundesländer bedeuten auch keine Revolution! Die Wahlergebnisse sind zwar gut, aber sie bilden eine Minderheit ab, keine neue Mehrheit. Kriegt Euch wieder ein!

5) Die AfD muss (kann) man ignorieren.

Nein. Das ist die Taktik der CDU. Und sie ist bei allen drei Landtagswahlen gescheitert. Das maskiert allein der Machterhalt in Thüringen und Sachsen, mit dem sich die CDU zufrieden gibt. Die AfD muss man politisch bekämpfen, die Auseinandersetzung suchen. D.h. auch, sie nicht einfach als Nazis abzustempeln. Sie wildern am rechten Rand, die AfD ist definitiv rechtspopulistisch, aber wer etwas gegen sie hat, muss mit anderen Mitteln gegen sie vorgehen als gegen die NPD. Sie in die Nazi-Ecke abzuschieben, wird nur noch mehr „Protest“-Wähler in diese Richtung treiben, weil sie sich mit den scheinbar Marginalisierten gemein machen wollen.

Eine Antwort auf „5 Fehlannahmen über die AfD destroyed“

  1. Die Medien der etablierten Parteien versuchen der AfD Minderheitenfeindlichkeit zu unterstellen, wie er bei NPD, PRO usw. vorhanfen ist. Das Gegenteil ist der Fall. Die AfD hat inzwischen einen offiziellen Arbeitskreis (BIG) für Homosexuelle. Ansprechpartner ist Mirko Welsch mirko.welsch@email.de
    Bernd Lucke und der Bundesvorstand haben diese Untergliederung ausdrücklich befürwortet. Die Leitlinien der AfD stehen im übrigen für eine volle Rechtsstaatlichkeit auch in dieser Frage. Das bedeutet: Der Forderung unserer Verfassungsrichter nach einer Gleichstellung beider Rechtsinstitute (Ehe und Eingetragene Partnerschaft) ist Folge zu leisten. Auch das Adoptionsrecht wurde inzwischen erweitert. Die AfD respektiert das, sie respektiert aber auch die Meinung konservativer Mitglieder, die das z.B. aus religiösen Gründen ablehnen. Der Staat hat allerdings die Forderungen nach Gleichstellung umzusetzen. Die Ablehnung ist reine Privatsache.

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