Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!

Es ist Sommer und in Deutschland brennen die Flüchtlingsheime. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir PEGIDA- und Griechenlandgestressten lieber wegschauen würden. Für manche ist die aktuelle Welle von rechtsextremen Straftaten und Einstellungen eine unheilvolle Widerkehr der 90er-Jahre – und für uns Jüngere? Was macht dieser Sommer mit unserem Land, mit unseren Kirchen, mit uns? „Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!“ weiterlesen

Unter Heiden (11): Atemlos durch die Nacht

Pegida, überall Pegida. Und ich komme gar nicht dran vorbei, so sehr ich mich auch bemühe. Alle Welt kennt nur ein Thema, haben wir es damit nicht auch übertrieben? Wenn ich mich dann wieder mit Pegida beschäftige, fällt es mir schwer, außer Kopfschütteln noch etwas anderes rauszubringen: einen klugen Gedanken oder vielleicht eine Idee davon, wie das wohl weiter oder zu Ende gehen könnte. Oder erledigt sich das von selbst?

Dann bin ich vom Nachdenken wieder müde und die Woche ist wieder herum und wieder gibt es neue Artikel, neue Zahlen und Eindrücke und es geht von Neuem los. Pegida raubt mir den Atem. Nicht nur mir, sondern vielen Menschen, allzumal in Ostdeutschland. Ich bin atemlos und die Heiden sind es auch. „Unter Heiden (11): Atemlos durch die Nacht“ weiterlesen

Und alle Welt vergehet – Eine Biedermeierkritik zum 200. Todestag von Matthias Claudius

Am 21. Januar 2015 jährt sich das Ableben Matthias Claudius‘ zum 200. Mal. Er ist einer der wenigen Dichter, von dem mit Fug und Recht behauptet werden kann, dass wenigstens einige seiner Zeilen in das Gedächtnis unserer Kultur eingeschrieben sind. Dazu gehören vielleicht noch ein paar Zeilen Goethe, Schiller, Heine und später sind Bonmonts von Kästner und Brecht hinzugetreten, aber jedes Kind kennt den Mond, der aufgegangen ist.

„Es gibt Melodien und Verse, die lange Zeit im kollektiven Gedächtnis einer Kultur bleiben – auch bei Leuten, die behaupten, keine Ahnung von Musik und Lyrik zu haben. In hiesigen Breiten wird beim Anblick des Mondes wohl nicht nur an Raumfahrt gedacht, sondern auch an das Abendlied von Matthias Claudius. „Der Mond ist aufgegangen“: Diese Verse schildern zunächst Natureindrücke, – Mond, schweigender Wald, weißer Nebel – dann gehen sie in eine kleine Predigt über, sprechen von der menschlichen Torheit; schließlich werden sie zum Gebet mit der Bitte um einen ruhigen Schlaf.“ – aus „Matthias Claudius – ein bescheidener Charakter“ von Angela Gutzeit (deutschlandfunk.de)

Neuer Biedermeier
Irgendwo – wahrscheinlich an mehreren Stellen in diesem Internet, nur wo genau, dass weiß ich nicht mehr – habe ich den letzten Tagen davon gelesen, dass wir den Beginn eines neuen Biedermeiers erleben. Der Erfolg von Hipster-Landzeitungen und der Unwille mancher Zeitgenossen gerade der jüngeren Generation, sich mit den wichtigen Fragen der Zeit auseinanderzusetzen, wurden als Beweise für diese These herangezogen. „Und alle Welt vergehet – Eine Biedermeierkritik zum 200. Todestag von Matthias Claudius“ weiterlesen

Sternsinger im Bildungsministerium unerwünscht – na und?

Passend zum Untergang des Abendlandes wird dieser Tage in Deutschland über die Sternsinger diskutiert. Zur Erinnerung: Kinder ziehen singend von Haus zu Haus und malen an die Türen den Segen des Herrn. (Mehr dazu.) Nun hat es dem Personalrat des Bildungsministeriums in Brandenburg gefallen, den Minister darum zu bitten, dass die Sternsinger dieses Jahr nicht ins Haus kommen. Minister Günter Baaske (SPD) bestellte die Sternsinger also ab.

Das muss man nicht schön finden. Ich für meinen Teil habe, dort wo ich es konnte, die Sternsinger immer gerne eingeladen. Es ist eine schöne Aktion, man tut etwas Gutes fast nebenbei und den Rest des Jahres kann man sich beim Kramen nach dem Schlüsselbund an den Segen des Herrn erinnern lassen. Aber ich habe auch Verständnis dafür, wenn man sich entscheidet, die Sternsinger lieber nicht einzuladen. „Sternsinger im Bildungsministerium unerwünscht – na und?“ weiterlesen