Unter Heiden (5): Mauerfall

Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen. 1848, 1918, 1923, 1938 und 1989; alles Jahreszahlen die im Gedächtnis der Nation einen bleibenden Platz haben. Der 9. November ist ein würdiger Gedenktag an die Geschichte unseres Landes, weil die Erinnerung an ihn sowohl die dunklen als auch hellen Zeiten zu erklären hilft. Mit dem mehr oder minder zufälligen Mauerfall 1989 war das Ende der DDR und auch der Reformbewegung innerhalb dieses deutschen Staates besiegelt. Danach konnte es nur noch darum gehen, wie „die Einheit in Frieden und Freiheit‟ hergestellt werden würde, nicht ob.

Vierundzwanzig Jahre nach diesem Schicksalstag der Deutschen leben wir in einem nach außen hin vereinten Land. Auch die innere Einheit des Landes ist in den letzten Jahrzehnten vorangeschritten, darüber habe ich hier schon geschrieben. Doch wie ist es um die Einheit in den Köpfen und – vielleicht noch wichtiger – in den Herzen bestellt? „Unter Heiden (5): Mauerfall“ weiterlesen

Besuch im ReLíGio-Museum in Telgte

Am letzten Wochenende besuchte ich das ReLiGio-Museum in Telgte. Ich war schon häufiger in Telgte, nur noch nie im Krippenmuseum, das seit 2011 ReLiGio heißt. Unser Museumsführer klärte uns darüber auf, dass der Name eine Zusammenführung von Region und Religion sei. Schließlich wäre nebst des Krippenmuseums auch das Heimathaus Münsterland im neuen Westfälischen Museum für religiöse Kultur aufgegangen.

Ein Museumsbesuch nach knapp vierstündiger Autofahrt quer durch Deutschland vermag nicht unbedingt zu Freudensprüngen animieren, jedoch war ich auf die Umsetzung  – d.h. das museale Konzept – sehr gespannt, denn wo gibt es schon ein Museum für die Religion. Und dann auch noch in Telgte, das mit Verlaub nun wirklich Provinz ist. Was passiert mit Religion, wenn sie im Museum ausgestellt wird? Was geschieht mit einem Museum, wenn es sich der Religion zuwendet? „Besuch im ReLíGio-Museum in Telgte“ weiterlesen

Wir haben also soviel Götter, wie es Gottsucher gibt. – Ernst Barlach zum 75. Todestag

Vor 75 Jahren starb Ernst Barlach.  Er gehört wohl zu den Künstlern, deren Namen kaum noch bekannt sind, die aber durch eines ihrer Werke doch noch im Gedächtnis der Leute sind. Im Falle von Ernst Barlach ist das besonders die Skulptur Der Schwebende, der umgangssprachlich immer noch der Güstrower Engel genannt wird. Doch da gibt es noch viel mehr. Ich habe vor einem Jahr in Münster eine Barlach-Ausstellung besucht und war dort von seinen Worten (!) sehr beeindruckt.

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Bekennermut – Dreieinhalb Schlaglichter zum 9. Oktober

Bekenner. Das sind Menschen, die sich ihres Glaubens nicht schämen. Die „Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5, 29b). Der 9. Oktober ist fast ein Tag des Bekenners. Martin Luther ließ seine Kutte für immer hinter sich, Gustav Heinemann trat im Protest gegen die Wiederbewaffnung von seinem Amt zurück, die Menschen in Leipzig trugen ihren Protest auf die Straße. „Bekennermut – Dreieinhalb Schlaglichter zum 9. Oktober“ weiterlesen