Rechtsextreme Kirche?!

Am Wochenende traf sich die Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus“ in Mainz. Die katholische Theologin Sonja Strube machte zu Beginn der Tagung darauf aufmerksam, dass rechtsextreme Kräfte sich intensiv um Einfluss in kirchlichen Kreisen bemühen. Berührungspunkte zwischen rechten und konservativen christlichen Kreisen gebe es beispielsweise bei Themen wie Christenverfolgung und in der Befürwortung traditioneller Familienbilder. Vor allem manche christlichen Medien schlagen Strube zufolge „eine Brücke nach rechts“. (Pressemitteilung der epd) „Rechtsextreme Kirche?!“ weiterlesen

Unter Heiden (9): Jesus war Ossi

Ich möchte Euch von einem Land erzählen. Einst war es die Heimat zahlreicher bedeutender Kultstätten. Es brachte Töchter und Söhne hervor, die den Weltenlauf prägten. Es lag schon immer zwischen unterschiedlichen Kulturen, an der Grenze des Reiches. Es war schon immer Provinz. Aus einer seiner Kleinstädte stammt ein Revolutionär und Gottesmann. Er hat das Volk und seine Religion gespalten. Das Land wurde besetzt gehalten und erholt sich nur langsam von diesem Schock. Durch die Besetzung hat es seine einstmals große Bedeutung verloren. Die Hauptstadt des Reiches wurde eine andere Stadt. Dem Land wurde durch die Geschichte übel mitgespielt. Seine Menschen haben den falschen Propheten gelauscht und sich dem Tode angedient. Sie fragen nicht mehr nach Gott. Viele gehen umher, geschlagen und hungrig. Und darüber sind sie zornig geworden und fluchen die Mächtigen und ihren Gott. „Unter Heiden (9): Jesus war Ossi“ weiterlesen

Was die Kirche von Timothy Spall lernen kann

S2tQxr6Der britische Schauspieler Timothy Spall ist ein großer Schauspieler, dieses Jahr wurde er in Cannes für seine Darstellung des Mr. Turner ausgezeichnet. Die allermeisten werden ihn aber als Peter „Wurmschwanz“ Pettigrew aus den Harry-Potter-Filmen kennen (so viel zur Harry-Potter-Referenz, check!). Jedenfalls, dieser Timothy Spall erzählte vor ein paar Tagen in der Graham-Norton-Show (Link zur ganzen Sendung) von seiner schweren Leukämie-Erkrankung, die er vor ein paar Jahren erlitt.

Die Ärzte hatten ihn schon aufgegeben. Er erzählte davon, welche neue, ernstere Bedeutung ganz alltägliche Dinge für ihn erhielten. Davon, dass er einmal im Garten des Krankenhauses spazieren ging und im Angesicht eines Baumes verweilte und den Baum zehn Minuten anschaute und sich sagte: „Das ist wirklich ein schöner Baum.“

Und dann erzählt er weiter, dass er dadurch bemerkte, dass es ihm wieder besser ging, dass er diese Ernsthaftigkeit wieder ablegte und spaßig, witzig und belanglos wurde: „Wenn Du stirbst, tendierst Du dazu alles sehr wichtig und ernst zu nehmen. Also habe keine Angst davor ein belangloser Narr zu sein, es heißt, dass Du nicht am sterben bist.“

„Never fear to be a petty fool. It means you ain’t dying.“

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Der Prozess des Lothar König (3)

Eigentlich sollte er nächste Woche weiter oder neu losgehen, der Prozess gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König vor dem Amtsgericht Dresden. Doch der zweite Prozessauftakt ist geplatzt. Der Prozess wird neu aufgerollt, weil im ersten Verfahren der Verteidigung 200 Stunden Videobeweismaterial vorenthalten wurden. Der Prozess wirft nicht nur ein bedenkliches Licht auf die Demonstrationsfreiheit in Sachsen, sondern immer mehr auch auf den Zustand der Justiz.

Worum geht es? Hier auf dem Blog habe ich bereits zweimal über den Prozess geschrieben: Der Prozess des Lothar König und Der Prozess des Lothar König (2). „Der Prozess des Lothar König (3)“ weiterlesen