Rechtsextreme Kirche?!

Am Wochenende traf sich die Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus“ in Mainz. Die katholische Theologin Sonja Strube machte zu Beginn der Tagung darauf aufmerksam, dass rechtsextreme Kräfte sich intensiv um Einfluss in kirchlichen Kreisen bemühen. Berührungspunkte zwischen rechten und konservativen christlichen Kreisen gebe es beispielsweise bei Themen wie Christenverfolgung und in der Befürwortung traditioneller Familienbilder. Vor allem manche christlichen Medien schlagen Strube zufolge „eine Brücke nach rechts“. (Pressemitteilung der epd) „Rechtsextreme Kirche?!“ weiterlesen

Unter Heiden (9): Jesus war Ossi

Ich möchte Euch von einem Land erzählen. Einst war es die Heimat zahlreicher bedeutender Kultstätten. Es brachte Töchter und Söhne hervor, die den Weltenlauf prägten. Es lag schon immer zwischen unterschiedlichen Kulturen, an der Grenze des Reiches. Es war schon immer Provinz. Aus einer seiner Kleinstädte stammt ein Revolutionär und Gottesmann. Er hat das Volk und seine Religion gespalten. Das Land wurde besetzt gehalten und erholt sich nur langsam von diesem Schock. Durch die Besetzung hat es seine einstmals große Bedeutung verloren. Die Hauptstadt des Reiches wurde eine andere Stadt. Dem Land wurde durch die Geschichte übel mitgespielt. Seine Menschen haben den falschen Propheten gelauscht und sich dem Tode angedient. Sie fragen nicht mehr nach Gott. Viele gehen umher, geschlagen und hungrig. Und darüber sind sie zornig geworden und fluchen die Mächtigen und ihren Gott. „Unter Heiden (9): Jesus war Ossi“ weiterlesen

Die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!

Der kiezneurotiker schrob vor ein paar Tagen über seine Zeit als Obdachloser in Berlin. Er schrub das nicht nur als Berichterstattung und er schrub es nicht nur schön und erschütternd wie so häufig, er schrub es, um auf die Situation der Obachlosen im kommenden deutschen Winter hinzuweisen. Ich habe keine biographische Connection zur Obdachlosigkeit, zum Glück. Meine Kontakte mit Obdachlosen sind Wenige und kurz.

Ich finde es zum Beispiel immer wieder gut, wenn Bankfilialen ihre Schalterräume für Obdachlose offen lassen, damit sie die kalte Nacht dort verbringen können. Gelegentlich habe ich die Tür schon aus gleichem Grund offenstehen gelassen. Und weil meine Freunde und ich auch im Winter häufig genug bis spät in die Nacht draußen sind – wie viele feiernde Studenten -, hat das Thema unter uns schon seit ein paar Jahren einen Platz in den Gesprächen gefunden.

Letztes Jahr, als ich einigermaßen betütelt von einem lustigen Abend bei Freunden durch Halle nach Hause lief, begegnete ich einem noch deutlich mehr alkoholisierten Passanten, der  unterhalb der Hochstraße ordentlich über die Straßenbahngleise stolperte und dann mitten auf der Straße liegen blieb. „Die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!“ weiterlesen

Unter Heiden (8): Ein Land, zwei Welten

Diesen Herbst jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Ein Vierteljahrhundert ist seit der Revolution im Herbst ’89 vergangen. Die meisten Theologiestudierenden sind jünger! Man könnte meinen, es würde sich gar nicht mehr lohnen, über Ostdeutschland zu reden und zu schreiben. Dass dem nicht so ist, behaupteten vor ein paar Wochen erst eine Reihe junger Menschen, die eine ostdeutsche Biographie haben im Magazin der Wochenzeitung DIE ZEIT. Und sie haben Recht.

Nach langer Unterbrechung geht es weiter mit Unter Heiden. Seit Februar hat es keine neue Kolumne über das Leben und den Glauben der Menschen in Ostdeutschland gegeben (Mehr zur Unterbrechung und zur Zukunft von Unter Heiden hier.). Doch die Heiden sind ja nicht alle Ossis und ihre Themen gehen uns alle an. „Unter Heiden (8): Ein Land, zwei Welten“ weiterlesen