In der Weihnachtstexterei …

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… gibts so manche Leckerei. Kurz vor dem „Fest der Feste“ habe ich interessante und witzige Advents- und Weihnachtsbeiträge von woanders gesammelt. Bilder, Videos und Texte rund ums Fest und benachbarte Themen. Denn manchmal liegt das Gute ja so nah.

Wie infantil ist Weihnachten?
Frägt Knut Dahl auf Pastorenstückchen und eröffnet damit den Reigen der Beiträge zur Weihnachtskultur-Debatte. Die gehört zu jedem Weihnachtsfest unverbrüchlich dazu. Die einen kritisieren das Konsum- und Feierverhalten der Massen und halten deshalb garnichts mehr von Weihnachten – das Kind mit dem Bade …. Die anderen wünschen sich Weihnachten so wie 1840, Mensch, war das toll damals. Knut Dahl ist da klüger.

Sensationelle Enthüllungen über Weihnachten! Oder..?
Michael Blume entwirrt einmal die vermeintlichen Enthüllungen, die jedes Jahr aufs Neue zu Sensationsmeldungen aufgeblasen werden: Weihnachten geht auf heidnische Traditionen zurück und hat sich mit der Zeit verändert. Schrecklich. Blume erklärt die Veränderungen, die das Weihnachtsfest über die Jahrhunderte erlebt hat als evolutionäre Entwicklung.

Review of Sarah Palin’s “Good Tidings and Great Joy”
Sarah Palin, die auch hierzulande bekannte ehemalige Vize-Präsidentschaftskandidatin der Republikaner, hat ein Buch über Weihnachten geschrieben. Es ist eine Kampfschrift im „War on Christmas“ den konservative Aktivisten unterstützt vom FoxNews-Channel jedes Jahr aufs Neue führen. Auch wenn die Diskussion in Deutschland nicht so erhitzt geführt wird, lohnt es sich einmal dahin zu schauen. Vielleicht wird es ja bei uns auch mal so … Bob Seidensticker rezensiert das Buch auf der großartigen Blog-Plattform patheos.com. Dazu Jon Stewart über den Kriegs-Wahn rund um das Weihnachtsfest in der Daily-Show.

Schluss mit dem Geschwätz!
Evelyn Finger fordert in der Wochenzeitung Die Zeit eine klarere und deutlichere Predigtsprache, gerade zu Weihnachten. Der Text ist sechs Jahre alt, hat an Aktualität aber nichts eingebüßt. Ich teile die Diagnose, bin aber dagegen, immer nur zu schimpfen. Ich finde, man muss mit diesem Defizit kreativ und humorvoll umgehen, sonst verliert man die Perspektive darauf, dass da auch nur Menschen stehen und ihr Möglichstes tun. Also: spielt alle Bullshit-Bingo „Weihnachtspredigt“ 2.0 anstatt auf den Pfarrernden rumzuhacken.

Religion für Atheisten?
Weihnachten wird auch von Agnostikern und Atheisten gefeiert, wenn auch anders. Was Atheisten von der Religion lernen können, erläutert Alain de Botton in einem Gespräch im Schweizerischen Fernsehen.

Weihnachten ist ein Heidenspaß!
Das schreibe ich u.a. in meinem neuen „Unter Heiden“-Artikel, der dieser Tage auf theologiestudierende.de erscheint. Wieder geht es darum, dass Weihnachten eine größere Angelegenheit geworden ist, als es nur das christliche Kernfest ist. Vielleicht können die Kirchen ja auch was von den Heiden lernen. Zum Beispiel das Geschenkemachen. Eine kanadische Fluggesellschaft hat den Dreh raus. (via Draußen nur Kännchen)

What Christmas Movies Can Teach Us about the Church
Greg Garett schreibt über Weihnachtsfilme, warum wir sie uns immer wieder ansehen und was sie uns über die Kirche und ihre Zukunft sagen können. (Mir geht es ja mit der Feuerzangenbowle immer so.)

Alles lässt sich mit Star Trek-Metaphern erklären
Jedenfalls alle philosophischen Denkereien der letzten paar Tausend Jahre. Das meint auch Stephen Fry. (Exkurs: Schön, dass ich ihn hier mal unterbringen kann. Der Mann ist top. Alles was er anfässt, wird zu Gold. Intelligent wie sau und witzig.) Und mit Star Trek lässt sich Weihnachten feiern.

 

Nochmal ernst: Gebet
Ein hervorragender Artikel über das Gebet: Now I Lay Me Down to Sleep: A Theodicy of Prayer. Hatte ich schon erwähnt, dass patheos.com toll ist, und wir so etwas auch im deutschsprachigen Raum brauchen? Ja, dann nochmal: Eine Bloggerplattform für alle Religionen und Konfessionen, für die Konservativen und die Progressiven, für die Heiden und Frommen, für Atheisten, Theisten, Post-Theisten, Post-Post-Theisten auf Deutsch, das wäre klasse.

Zum Schluss: Weihnachten erzählt mit Instagram-Bildern

5 Kommentare

  1. Ja, patheos hat schon was. Ich bin allerdings skeptisch, ob das im deutschsprachigen Raum funktionieren würde. Ist ja kein Verein, sondern ein Unternehmen. Ich weiß nicht ob es hier so viele Interessierte an Themen wie Religion und Glaube gibt. Dort funktioniert das als business modell, hier würde man vielleicht nen Verein gründen müssen. Und da spielt dann ne Rolle, inwieweit die Anhänger verschiedener Religionen in einen Verein gehen bzw dort dann konstruktiv zusammenarbeiten, oder ob sich nicht eher Fronten bilden…

    • Das wäre die Herausforderung einer solchen Vision. Aber: Es springt ja auch für alle was dabei raus, nämlich größere Aufmerksamkeit für ein Portal wo alle beieinander sind.

  2. Wie würde man sowas aufziehen? Ein Server mit Multi-Wordpress Installation? Ich find das ja auch vom Community Gedanken her interessant. Als evangelisch.de die Community abschaffte kam es mir so vor, als ob da ein enormes Potential verloren ging. Und das war nur die evangelische Seite…
    Nur: Wie geht man sowas an? Und was überzeugt die Menschen, da mitzumachen (und nicht bei wordpress oder blogger etc zu bleiben)?

    • Überzeugend wäre Reichweite. Wenn die wächst, dann kommen mehr Leute dazu. Tatsächlich müsste man ihnen eine leichte Infrastruktur bieten, in der auch ansonsten Internetunerfahrene schreiben können. Wichtig wäre von vornherein mit allen Religionen und Frömmigkeiten zu starten, um den Anspruch „das Gespräch über Glauben zu beheimaten“ deutlich zu machen. Wenn De diese 10 Leute zusammen hast, dann könnte so etwas klappen. An den Etablierten vorbei (oder zumindest neben ihnen). Irgendwann gesellen sich dann auch „prominente“ Leute mit dazu.

      Für den Anfang brauchste Kontakte an mögliche Schreiber und jemand der die Seite a’la Patheos aufsetzt, d.h. auch Server und geeignete Domain. Ein Anschubfinanzier wäre sicherlich nicht schlecht. Wer käme dafür in Frage?

      Würdest Du denn mitmachen und deinen Blog dafür im Stich lassen (jetzt so an Alle)?

  3. Würdest Du denn mitmachen und deinen Blog dafür im Stich lassen (jetzt so an Alle)?

    Meinen Blog im Stich lassen vielleicht nicht, bin ja vor nicht mal einem Jahr von wordpress.com weggezogen, um mehr Freiheit zu haben. Aber ich könnte mir vorstellen, Artikel mit Bezug zu Religion und Kirche dahin auszulagern…

    Ne Domain kostet nicht viel, auch Serverspace ist finanzierbar. Aber welche Software man nehmen würde, ist mir noch nicht so ganz klar. Kommt auch drauf an, wohin man will. Ne Blogging Plattform, oder ne Community, vielleicht auch mit Foren für noch mehr Diskussion und womöglich noch Chat…

    wordpress soll ja recht behäbig sein, wenn viel los ist (kann ich nicht sagen, mein Blog ist so populär nicht)…

    Was wäre denn ein geeigneter Name für so ein Projekt, so von wegen geeignete Domain…?

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