FAQ: Was es mit dem Bullshit-Bingo „Weihnachtspredigt“ auf sich hat

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Vor zwei Jahren habe ich hier auf dem Blog das erste Bullshit-Bingo zur Weihnachtspredigt veröffentlicht. Erst der große Erfolg dieses Spaßes hat dazu geführt, dass ich überhaupt angefangen habe zu bloggen. Letztes Jahr habe ich dann eine erweiterte Version nachgeschoben, die noch einmal ihren Weg durch die Sozialen Netzwerke fand. Im Herbst diesen Jahres wurde das Bullshit-Bingo dann in eine Fachzeitschrift aufgenommen. Immer wieder und für mich kaum nachvollziehbar wird das Bingo in den Sozialen Netzwerken geteilt, kommen neue Leser darüber auf den Blog. Deshalb möchte ich einmal ein paar häufig gestellte Fragen zum Bullshit-Bingo beantworten.

Wie biste denn auf die Idee gekommen?
Bullshit-Bingos gibt es schon eine Weile, das habe ich also ganz und gar nicht erfunden. Im Gespräch mit ein paar Freunden und Kommilitonen über unsere Erfahrungen in Weihnachtsgottesdiensten sind wir darauf gekommen, dass in den Predigten immer wieder die gleichen Sachen gesagt werden: nicht nur inhaltlich, was ja kein Problem wäre, sondern tatsächlich im Wortlaut. Damals sind mir gleich eine Hand voll von Phrasen eingefallen, die nicht nur häufig genutzt werden, sondern auch witzig sind, wenn man sie aus ihrem Kontext reißt.

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Woher stammen die Phrasen?
Die ersten neun Phrasen des originalen Bullshit-Bingos haben ich und andere tatsächlich in Weihnachtspredigten gehört oder zumindest so erinnert. Für die erweiterte Version von Weihnachten 2013 habe ich eine Onlinerecherche durchgeführt. Einige Pfarrrer laden ihre Predigten hoch, außerdem gibt es Online-Predigtarchive aus denen ich mich bedient habe.

Wird es ein weiteres Bullshit-Bingo geben?
Ich hoffe es sehr, doch wahrscheinlich keines mehr zur Weihnachtspredigt. Ich habe es ja durchaus versucht, noch weitere Phrasen zu finden, die auch einen gewissen Unterhaltungswert haben, bin aber nicht fündig geworden. Vorschläge für weitere Bingos und neue Phrasen sind aber herzlich willkommen (->Kommentare).

Wird denn das Bullshit-Bingo tatsächlich gespielt?
Ja. Ich habe es in den letzten zwei Jahren mit Freunden gespielt und ich bin mir sicher, dass von den knapp 5000 Lesern der eine oder die andere auch mit einem Ausdruck in den Gottesdienst gegangen ist. Es soll ja tatsächlich einfach Spaß machen und es ist sicherlich nicht verwerflich, während der Predigt ein bisschen zu spielen. Dass aber jemand tatsächlich aufgestanden wäre und den Prediger mit einem herzhaften „Bullshit!“ unterbrochen hätte, ist mir noch nicht zu Ohren gekommen. Seit dem letzten Jahr gibt es ja ein PDF-Dokument, das vier unterschiedliche Mixturen der Phrasen anbietet, so können vier Leute problemlos auch im gleichen Gottesdienst spielen.

Meinst Du das eigentlich ernst?
Ja. Natürlich geht es (s.o.) darum, miteinander Spaß zu haben oder am Bildschirm einmal über die Weihnachtspredigten zu schmunzeln. Da bringt natürlich jeder auch seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen an gelungene und weniger gelungene Weihnachtspredigten mit. Trotzdem: Das Bullshit-Bingo macht ja auf humorvoller Weise (hoffe ich …) darauf aufmerksam, welcher Sprache sich die Predigenden bedienen. Dass diese heute problematisch ist hat z.B. Evelyn Finger für DIE ZEIT mal aufgeschrieben. Es geht nicht nur darum, sich an der frohen Botschaft der Phrasen zu erfreuen, sondern darüber nachzudenken, wie wir die frohe Botschaft ausrichten. Es ist ein kleines homiletisches Analyse-Tool. Für mich ist das Bullshit-Bingo auch eine kleine Kontingenzbewältigung während misslungener Weihnachtsgottesdieste.

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Predigten, die viele der Phrasen enthalten, sind doch nicht automatisch schlecht, oder?
Nein. Es gibt bestimmt Predigten, in denen eine der Phrasen (oder sogar mehrere) einen Platz haben. Es geht darum, sie bewusst einzusetzen. Und im Umkehrschluss: Ich habe schon Weihnachtspredigten gehört und gelesen, bei denen ich nicht ein Kreuz habe setzen können – sie waren trotzdem beschissen.

Darf ich das Bullshit-Bingo weitergeben?
Ich bitte darum. Druckt es Euch aus, gerne auch die Version zum Mehrpersonen-Spiel. Empfehlt es in den Sozialen Netzwerken weiter, finde ich klasse. Bitte achtet aber darauf, dass ihr hierher verlinkt, statt das Bullshit-Bingo einfach zu klauen. Nichts anderes ist es, wenn ihr es losgelöst von diesem Blog in eure Timeline bei Facebook oder Twitter einbaut. Wer das Bullshit-Bingo für seinen Blog oder eine andere Veröffentlichung benötigt, kann mich gerne fragen!

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