A short Introduction into A Very Short Introduction: „The Meaning of Life“

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‚The book’s a little gem‘
Suzanne Harrington, Irish Examiner

‚A lively starting point for late-night debate‘
John Cornwell, The Sunday Times

Einen Vorteil haben die zahlreichen Mails des Massenbuchhändlers Amazon ja wirklich – es wird einem geradezu unmöglich gemacht, irgendetwas zu verpassen. So bin ich tatsächlich einmal auf das „Sonderangebot“ angesprungen, mehrere englischsprachige Bücher zum Paket-Vorzugspreis zu erwerben. Auf diesem Weg fanden drei Büchlein der Reihe A Very Short Introduction den Weg in die heimatliche Bibliothek. Im Band „English Literature“ stieß ich auf den Literaturkritiker und Autor Dr Samuel Johnson, über dessen Rezept für gute Literatur ich in diesem Blog schon geschrieben habe. Auf einer langen Zugfahrt habe ich nun den Beitrag von Terry Eagleton zum Thema „The Meaning of Life“ (dt.: Der Sinn des Lebens) mit Genuss gelesen.

Kurz und knackig führt der Autor in die Diskussion um den Sinn des Lebens ein. Dabei nähert er sich nicht zuerst als Philosoph – der er nicht ist – sondern als Sprachwissenschaftler dem Thema. Das Gerüst des Büchleins bildet eine genaue sprachliche Analyse der Inhalte der Sinnfrage – was heißt Sinn, was heißt Leben? Wie wird Sinn vermittelt? Macht das Leben Sinn oder geben wir ihm diesen erst? Zum Schluss: Worin könnte eine moderne Antwort auf die Sinnfrage bestehen?

Dabei streift Eagleton auf unterhaltsame Weise die philosophischen und künstlerischen Beiträge zum Thema von Aristoteles, Kant, Nietzsche und Schopenhauer, bis hin zu Shakespeare, Beckett und den Monty Pythons – besonders aber Ludwig Wittgensteins Denke. Er bedient sich keiner religiösen Annäherungsweise, wenngleich er ebenso wenig von anti-religiösen Gefühlen gelenkt wird.

‚The cosmos may not have been consciously designed, and is almost certainly not struggling to say anything, but it is not just chaotic either. On the contrary, its underlying laws reveal a beauty, symmetry, and economy which are capable of moving scientist to tears. The idea that the world is either given meaning by God, or is utterly random and absurd, is a false antithesis. Even those who do happen to believe that God is the ultimate meaning of life do not have to hold that without this divine bedrock there would be no coherent meaning at all.‘ (A.V.S.I.: The Meaning of Life, p. 44/45)

Sein Buch ist eine Aufforderung zum Nachdenken über die Frage nach dem Sinn des Lebens, dass für Glaubende, Zweifelnde und Nichtglaubende gleichermaßen nutzbringend sein kann. Nur für den, der sich aus religiösen oder nicht-religiösen Gründen die Frage nach dem Sinn des Lebens gar nicht stellt, ist dieses Buch nicht geeignet. So enthält das Buch eine prägnante Absage an religiösen Fundamentalismus und unüberlegte Verneinung jeden Sinns gleichermaßen.

‚Religious fundamentalism is the neurotic anxiety that without a Meaning of meanings, there is no meaning at all. It is simply the flip side of nihilism. Underlying this assumption is the house-of-cards view of life: flick away the one at the bottom, and the whole fragile structure comes fluttering down. Someone who thinks this way is simply the prisoner of a metaphor. In fact, a great many believers reject this view. No sensitive, intelligent religious believer imagines that non-believers are bound to be mired in total absurdity. Nor are they bound to believe that because there is a God, the meaning of life becomes luminously clear. On the contrary, some of those with religious faith believe that God’s presence makes the world more mysteriously unfathomable (dt.: abgründig), not less. If he does have a purpose, it is remarkably impenetrable (dt.: undurchdringlich). God is not in that sense the answer to a problem. He tends to thicken things rather than render them self-evident.‘
(A.V.S.I.: The Meaning of Life, p. 45)

Die Lektüre in der nicht einfachen, aber lesbaren englischen Originalsprache möchte ich ganz besonders empfehlen, so bleibt der Witz des Autors erhalten. Bissig, im kleinen Format und eleganten Design ist das Buch perfekt, um es in kurzen Pausen oder auf langen Zugfahrten aus der Tasche zu ziehen.

A Very Short Introduction: The Meaning of Life von Terry Eagleton
Oxford University Press, 101 Seiten + Anhang

PS: Eine Rezension der deutschen Übersetzung des Buches findet ihr bei 3sat. Eine wesentlich längere Besprechung findet ihr bei faz.net – da kann man dann aber auch schon fast das Buch lesen.

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